Bestattungswald

Zuständige Mitarbeiter

Ab September 2019 bietet die Stadt Bad Saulgau mit dem Bestattungswald Frankenbuch eine weitere Bestattungsart an. Zum Konzept des Bestattungswaldes gehört, dass der Wald in seinem ursprünglichen Zustand erhalten bleibt. Bei dieser naturnahen Bestattungsform für Urnen weisen daher lediglich kleine Namenstafeln am Baum darauf hin, dass hier bereits Menschen ihre letzte Ruhe gefunden haben.

Lage und nähere Infos zum Bestattungswald

Zwischen Wilfertsweiler, Heratskirch und Boms, eingebettet in einem Waldstück auf der Gemarkung Wilfertsweiler liegt der städtische Bestattungswald „Frankenbuch“.

Bei dieser Bestattungsform handelt es sich um einen nach öffentlichem Recht genehmigten Friedhof.
Eine Informationstafel weist auf den Bestattungswald hin und kennzeichnet die ausgewiesene Waldfläche für die Bestattung in der Natur.

Das Waldgebiet des Friedhofs ist geprägt durch unterschiedlichste Baumarten. Beerdigungen an den Wurzeln alter Buchen, Lärchen, Ahornen oder anderen Laubbäumen sind hier möglich. Zum Konzept der Naturbestattung gehört, dass der Wald so weit als möglich in seinem ursprünglichen Zustand erhalten bleibt. So wird die Grabpflege während der Ruhezeit des Verstorbenen der Natur überlassen. Lediglich eine kleine Namenstafel am Baum kann darauf hinweisen, dass hier Menschen bereits ihre letzte Ruhe gefunden haben. Die Bäume, die als Bestattungsplätze zur Verfügung stehen, sind durch farbige Bänder (gelb/rot/blau)  kenntlich gemacht. Alle Bestattungsbäume tragen eine Baumnummer auf der wegabgewandten Seite und sind auf der Karte des Bestattungswaldes verzeichnet. So ist jeder Baum unverwechselbar.

Befestigte Waldwege führen durch den Friedhof.

Am vorhandenen Andachtsplatz können Angehörige in Ruhe der Verstorbenen gedenken und trauern. Ebenso bietet er den idealen Rahmen für Trauerfeiern zu den Bestattungen.

Bestattungen sind unabhängig einer religiösen Überzeugung möglich. Während der Wintermonate stehen 2 Nachmittage (1. und 3. Freitag im Monat) für Beisetzungstermine zur Verfügung.

Wenn Sie einen Abschiedsgottesdienst wünschen, wenden Sie sich bitte direkt an die Kath. Kirche St. Johannes Baptist.

Nach Eröffnung steht der Bestattungswald „Frankenbuch“ für 70 Jahre als Friedhof zur Verfügung. Bestattungen sind somit bis 1. Juli 2074 möglich, um die Einhaltung der Ruhezeit von 15 Jahren noch zu gewährleisten.

Welche Grabarten gibt es und welche Ruhezeiten gelten?

Je Bestattungsbaum können bis zu 12 Urnen beigesetzt werden. Hierbei werden biologisch abbaubare Urnen (kein Keramik, Stein oder Metall) mit einem Durchmesser von bis zu 22 cm bestattet. Es gilt eine Mindestruhezeit von 15 Jahren.

Die Stadt bietet folgende Grabarten an:

  • Gemeinschaftsbaum / Reihengrab:   
    Die einzelnen Grabstätten an diesen Bäumen werden der Reihe nach belegt und für eine Nutzungszeit von 15 Jahren vergeben. Das Nutzungsrecht kann entweder im Trauerfall oder  bereits zu Lebzeiten erworben werden. In beiden Fällen beginnt die Laufzeit mit dem Datum der Beisetzung.
    Es besteht keine freie Baumwahl. Im Trauerfall wird die Grabstelle durch die Stadt zugeteilt. Eine Verlängerung des Nutzungsrechts ist hier nicht möglich.
    Gemeinschaftsbäume sind mit einem blauen Band gekennzeichnet.
  • Familien- und Freundschaftsbaum:   
    Sie dienen der Bestattung ganzer Familien. Das Nutzungsrecht kann entweder im Trauerfall oder bereits zu Lebzeiten erworben werden. Das Nutzungsrecht beginnt mit dem Tag des Erwerbs und endet immer am 1.7.2089. Eine Verlängerung darüberhinaus ist nicht möglich. Der Baum ist bei der Stadt mit einer Nummer im Register geführt, es besteht freie Baumwahl an den hierfür ausgewiesenen Bäumen. An einem Familienbaum werden nur die im Vertrag benannten Personen bestattet.
    Familienbäume sind mit einem roten Band gekennzeichnet.
  • Wahlruhebaum:   
    Der Vertragspartner erwirbt eine einzelne Grabstelle an einem von ihm bestimmten Baum für die Dauer von 20 Jahren, ohne Einfluss auf die anderen Plätze. Der Baum ist mit einer Nummer bezeichnet und im Register geführt. Das Nutzungsrecht kann entweder im Trauerfall durch die Angehörigen oder bereits zu Lebzeiten erworben werden.  Da die Laufzeit mit dem Tag des Erwerbs beginnt, kann hier eine Verlängerung der Nutzungszeit notwendig werden, um die Mindestruhezeit von 15 Jahren zu gewähren.  In diesem Fall wird die Verlängerung anteilig nach den Sätzen der aktuellen Gebührenordnung berechnet.
    Wahlruhebäume sind mit einem gelben Band gekennzeichnet.


Wie werden die Trauerfeiern und Beisetzungen abgehalten?

In einem Trauerfall setzen Sie sich bitte zunächst mit einem Bestattungsinstitut in Verbindung.
Der Bestatter zeigt Ihnen, welche Urnen für die Waldbestattung geeignet sind (kein Keramik, Stein oder Metall). Der Durchmesser der Urne darf max. 22 cm betragen.

Wenn bereits ein Nutzungsrecht für eine Grabstelle im Bestattungswald 'Frankenbuch' erworben wurde sprechen Sie mit uns, damit wir die Grabstelle für die Bestattung vorbereiten können. Unser Förster wird am Bestattungstermin vor Ort sein und Sie an die Grabstelle führen. Bitte bedenken Sie, dass witterungsbedingt (Sturm, Eis) eingeschränkt Bestattungen möglich sein können. Dies besprechen wir aber sehr gerne in einem persönlichen Gespräch mit Ihnen.

Die Beisetzung im Bestattungswald ist frei von Zwängen und Konfession und richtet sich nach dem Willen des Verstorbenen oder dessen Angehörigen. Auf Trauerzeremonien kann, muss aber nicht verzichtet werden. Sie können die Feier mit einem Trauerredner gestalten, Sie oder Ihre Gäste können auch selbst eine Ansprache halten. Die Trauerfeier kann im Kreis der Angehörigen oder mit Freunden, in Begleitung des Vierbeiners, mit Gesang, Gebet und Musik stattfinden.
Auf Wunsch ist ein christlicher Abschiedsgottesdienst in der evangelischen oder katholischen Kirche möglich. Bitte wenden Sie sich hierfür an die örtliche Kirchenpflege.

Beisetzungstermine während der Wintermonate (November -März):
Jeden 1. und 3. Freitag im Monat, jeweils um 12.30 Uhr und 14.30 Uhr



Übersicht der vorhandenen Bäume und Gebühren

Familien-/Freundschaftsbaum
Wahlruhebaum
Reihengrab

Im Bestattungswald sind 99 Bäume als Familienbäume ausgewiesen. Diese sind im Wald durch ein rotes Band gekennzeichnet und im Register unter der jeweiligen Baum-Nummer geführt.

Der Käufer erwirbt hier bereits zu Lebzeiten das Nutzungsrecht an dem von ihm ausgesuchten Familienbaum. Die Preise sind abhängig von der Art des Baumes und varriieren zwischen 6.000,- € und 9.900,- €.

Das Nutzungsrecht an einem Familienbaum wird immer bis zum Ende der Laufzeit des Bestattungswaldes im Jahr 2089 erworben und beinhaltet alle Grabfelder, die an diesem Baum ausgewiesen sind. Bestattet werden hier nur die vom Käufer benannten Personen.

Die letzte Bestattung ist bis 1. Juli 2074 möglich. Das Nutzungsrecht für nicht belegte Grabfelder erlischt nach diesem Zeitpunkt automatisch.

 

Insgesamt 45 Bäume sind im Bestattungswald als Wahlruhebäume ausgewiesen. Im Wald sind diese Bäume mit einem gelben Band gekennzeichnet und im Register mit der jeweiligen Baum-Nummer geführt.

Der Käufer erwirbt hier eine Grabstelle an dem von ihm ausgewählten Baum. Das Nutzungsrecht für ein Grabfeld an einem Wahlbaum kostet 770,- € - unabhängig von der Baumart - und wird für die Dauer von 20 Jahren erteilt. Da das Nutzungsrecht bereits zu Lebzeiten erworben werden kann, ist eine Verlängerung möglich, um die Ruhezeit von 15 Jahren zu gewährleisten. Die Kosten für die Verlängerung werden anteilig berechnet.

Bestattungen sind bis zum 1.7.2074 möglich. Das Nutzungsrecht für nicht belegte Grabfelder erlischt nach diesem Zeitpunkt automatisch.


 

Im Bestattungswald sind insgesamt 81 Bäume als Reihen-/Gemeinschaftsbaum ausgewiesen. Diese sind mit einem blauen Band gekennzeichnet.

Die Kosten für das Nutzungsrecht an einem Reihengrab liegen bei 500,- €, unabhängig von der Art des Baumes. Die Zuteilung der Grabstelle erfolgt durch die Stadt, d. h. der Käufer kann hier den Baum nicht selbst wählen. Das Nutzungsrecht wird für 15 Jahre erworben entsprechend der gültigen Ruhezeit. Eine Verlängerung ist nicht möglich.

Die Bestattung kann spätestens zum 1.7.2074 erfolgen. Das Nutzungsrecht für nicht belegte Grabfelder erlischt nach diesem Zeitpunkt automatisch.

Führungen durch den Bestattungswald

Bei unseren kostenlosen Waldführungen erklären wir Ihnen unser Konzept und unser Förster beantwortet alle Ihre Fragen. Sie erhalten hierbei einen Eindruck von den Grabarten, der Baumauswahl sowie weitere Informationen zu der Beerdigung im Bestattungswald.

Bitte melden Sie sich zu diesen Terminen unbedingt an!  Tel. Rathaus, Fr. Keller: 07581/207-161 (vormittags)

Treffpunkt ist immer am Parkplatz um 14 Uhr; dort werden Sie vom Förster, Herrn Müller empfangen.
Bitte denken Sie auch an geeignete Kleidung und gutes Schuhwerk.

Unsere nächsten Führungen sind:  26. Oktober, 30. November, 14. Dezember


Friedhofssatzung

Stadt Bad Saulgau
Landkreis Sigmaringen


Friedhofssatzung (Friedhofsordnung) für den
Bestattungswald „Frankenbuch“ in Bad Saulgau
vom 21.02.2019


Aufgrund der §§ 12 Absatz 2, 15 Absatz 1 und 49 Absatz 3 Nr. 2 des Gesetzes über das Friedhofs- und Leichenwesen (Bestattungsgesetz - BestG) vom 21. Juli 1970 (GBl. S. 395, 458, letzte Änderung 1. April 2014 GBl. S. 93 m.W.V. 09.04.2014) in Verbindung mit den §§ 4 und 11 der Gemeindeordnung Baden Württemberg in der Fassung der Bekanntmachung vom 24. Juli 2000 (GBl. S. 581, ber. S. 698, letzte Änderung 23. Februar 2017 GBl. S. 99) hat der Gemeinderat der Stadt Bad Saulgau am 21.02.2019 folgende Friedhofssatzung (Friedhofsordnung) für den Bestattungswald „Frankenbuch“ in Bad Saulgau beschlossen:

§ 1
Widmung, Geltungsbereich, Trägerschaft
(1) Der Bestattungswald Frankenbuch ist eine öffentliche Einrichtung der Gemeinde. Er umfasst die im beiliegenden Plan dargestellten Waldflächen:
Gemarkung Distrikt/
Lage Flst.-Nr. Größe (ha) Davon geplant für Bestattungs-wald Nutzung
Wilfertsweiler Frankenbuch Teilfläche Flst.Nr. 45 rd.89 ha 0,1 ha Parkfläche
Frankenbuch Teilfläche Flst.Nr. 45 s. o. 4,24 ha Bestattungs- wald
(2) Im Bestattungswald werden Urnengrabstätten bereitgestellt.
(3) Der Betrieb und die Verwaltung des Bestattungswaldes erfolgt durch die Stadtverwaltung, oder einem von ihr beauftragten Dritten.

§ 2
Nutzungsberechtigung
(1) Die Ausweisung der Bestattungsbäume erfolgt durch die Stadt. Die Grabstätten verbleiben im Eigentum der Stadt. Das Nutzungsrecht an Bestattungsbäumen oder einzelnen Grabstätten wird durch Abschluss eines privatrechtlichen Vertrags vergeben.
(2) Im Bestattungswald „Frankenbuch“ kann neben den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Bad Saulgau jeder bestattet werden, der ein Nutzungsrecht an einer Grabstätte im Bestattungswald „Frankenbuch“ erworben hat.
(3) Es werden folgende Grabtypen unterschieden:
a) Gemeinschaftsbäume (Die Grabstätten an diesen Bäumen werden einzeln der Reihe nach belegt und für eine Nutzungszeit von 15 Jahren vergeben, eine Verlängerung der Nutzungszeit ist nicht möglich)
b) Familienbäume (dienen der Bestattung ganzer Familien)
c) Waldruhebäume (die einzelne Grabstelle an diesen Bäumen wird vom Nutzungsberechtigten vorab ausgesucht)
(4) Das Nutzungsrecht an Familienbäumen bezieht sich auf den Vertragspartner sowie die im Vertrag als Nutzungsberechtigte benannten Personen. Dasselbe gilt für die einzelnen Grabstellen an Waldruhebäumen.
(5) Das Nutzungsrecht an Grabstellen an Gemeinschaftsbäumen bezieht sich auf den einzelnen Erwerber.
(6) Das Nutzungsrecht endet nach Ablauf der Ruhezeit (§ 6).

§ 3
Bestattungsflächen
(1) Im Bestattungswald „Frankenbuch“ erfolgt eine Beisetzung der Asche ausschließlich an Nahbereich der als Grabstätten registrierten Bestattungsbäume.
(2) Die Bestattungsflächen mit den darauf befindlichen Grabstätten werden nach dem Konzept des Bestattungswaldes „Frankenbuch“ genutzt. Hierbei werden biologisch abbaubare Urnen mit einem Durchmesser von bis zu 22 cm mit der Asche der Verstorbenen bestattet in Grabstätten, die kreisförmig in einem Radius von ca. 3,5 m um die Bestattungsbäume angeordnet sind. Je Bestattungsbaum werden max. 12 Urnengrabstellen vergeben. Je nach Lage und Bodenbeschaffenheit sind auch weniger Grabstellen an einem Baum ausgewiesen. Alle Grabstätten sind in ihrem natürlichen Charakter zu belassen. Das Erscheinungsbild des Waldes ist beizubehalten und darf nicht verändert werden.

§ 4
Begehung
(1) Der Bestattungswald „Frankenbuch“ unterliegt den Vorschriften des Landeswaldgesetzes Baden-Württemberg in der jeweils gültigen Fassung.
(2) Die Stadt Bad Saulgau oder der von ihr Beauftragte kann bei Vorliegen besonderer Gründe das Betretungsrecht auf Teilflächen oder insgesamt einschränken oder vorübergehend untersagen.
(3) Der Bestattungswald „Frankenbuch“ ist ein naturnaher Laubmischwald und keine Parkanlage. Er ist zwar mit begehbaren Wegen erschlossen, aber abseits der Wege liegt eine naturnahe Beschaffenheit von Gelände und Bewuchs vor. Dies erfordert entsprechendes vorsichtiges Verhalten. Das Betreten des Bestattungswaldes erfolgt im Rahmen der Regelungen des baden-württembergischen Waldgesetzes auf eigene Gefahr. Bei Sturm, Gewitter und Naturkatastrophen ist der Bestattungswald „Frankenbuch“ geschlossen und darf nicht betreten werden.


§ 5
Benutzungsregeln
(1) Jeder Besucher des Bestattungswaldes „Frankenbuch“ hat sich der Würde des Ortes entsprechend zu verhalten. Den Anordnungen des aufsichtsbefugten Personals ist Folge zu leisten.
(2) Es ist nicht gestattet innerhalb des Bestattungswaldes „Frankenbuch“
a) Beisetzungen zu stören,
b) Die eingerichteten Wege auf der Waldbodenfläche mit Fahrzeugen aller Art zu befahren; ausgenommen von diesem Verbot sind Kinderwagen, Rollstühle und Fahrräder sowie Fahrzeuge der Stadt oder von beauftragten Dritten. Im Einzelfall können durch das Ordnungsamt der Stadt Ausnahmen zugelassen werden (Gehbehinderung o. ä.). Beim Befahren des Bestattungswaldes ist auf Fußgänger Rücksicht zu nehmen.
c) Waren aller Art sowie gewerbliche Dienste anzubieten oder diesbezüglich zu werben,
d) an Sonn- und Feiertagen und in räumlicher Nähe einer Bestattung störende Arbeiten auszuführen,
e) Druckschriften zu verteilen; ausgenommen Drucksachen, die im Rahmen von Bestattungsfeiern notwendig und üblich sind,
f) den Wald und die Anlagen zu verunreinigen,
g) Abraum oder Abfälle aller Art außerhalb der hierfür vorgesehenen Plätze abzulegen,
h) Veranstaltungen jeglicher Art durchzuführen, zu picknicken oder zu campieren,
i) zu rauchen oder Feuer zu machen,
j) auf gekennzeichneten Wanderwegen unter 3 m Breite und auf Fußwegen zu reiten,
k) Handlungen vorzunehmen, die mit einer erheblichen Lärmbelästigung des Lebensraums Wald verbunden sind,
l) Hunde unangeleint im Bestattungswald laufen zu lassen.
(3) Die Stadt kann Ausnahmen zulassen, soweit diese mit dem Zweck des Bestattungswaldes „Frankenbuch“ vereinbar sind.
(4) Totengedenkfeiern und andere nicht mit einer Bestattung zusammenhängende Veranstaltungen bedürfen der Zustimmung der Stadt; sie sind spätestens eine Woche vor Durchführung anzumelden.

§ 6
Beisetzungen und Umbettungen
(1) Die Beisetzungszeit wird von der Stadt festgesetzt. An Sonn- und Feiertagen werden keine Beisetzungen vorgenommen, an Samstagen nur in begründeten Ausnahmefällen.
(2) Die Urnengrabplätze werden von der Stadt oder einem von ihr beauftragten Dritten ausgehoben und zugefüllt.
(3) Umbettungen sind aufgrund der biologisch abbaubaren Urnen nicht zulässig.

§ 7
Ruhezeit
(1) Das Nutzungsrecht an den im Bestattungswald „Frankenbuch“ registrierten Grabstätten wird
- bei Familienbäumen für einen Zeitraum bis zu 70 Jahren verliehen (Ende der Ruhezeit)
- bei Gemeinschaftsbäumen für 15 Jahre ab Beisetzung (keine Verlängerungsmöglichkeit)
- bei Waldruhebäumen für 20 Jahre (Verlängerungsmöglichkeit)
vergeben.
(2) Nach Ablauf des 01.07.2074 dürfen keine Bestattungen mehr vorgenommen werden.

§ 8
Vorschriften zur Gestaltung
(1) Der gewachsene und grundsätzlich naturbelassene Bestattungswald „Frankenbuch“ darf in seinem Erscheinungsbild nicht gestört oder verändert werden. Es ist daher untersagt, die Grabstätten zu bearbeiten, zu schmücken oder in sonstiger Form zu verändern.
(2) Die Überwachung der unter Abs. 1 genannten Vorschriften sowie die zeitnahe Entfernung von Gegenstände obliegen der Stadt oder einem von ihr beauftragten Dritten.

§ 9
Kennzeichnung und Markierung
(1) Die für Beisetzungen vorgesehenen Bäume werden durch die Bestimmung von Koordinaten eindeutig festgelegt. Zum Auffinden des Baums erhält dieser eine Registriernummer. Die freien und vergebenen Bäume sowie die unterschiedlichen Arten von Bestattungsbäumen erhalten unterschiedliche Markierungen.
(2) Nach der Beisetzung wird durch die Stadt oder deren Beauftragten auf Wunsch ein Markierungsschild in Erinnerung an den/die Verstorbenen angebracht (Maximalfläche 12 x 10 cm). Weitere Markierungen sind nicht zulässig. Die Aufschriften der Markierungsschilder können von den Erwerbern bestimmt werden. Aufschriften, die gegen die guten Sitten verstoßen, sind nicht zulässig. Markierungsschilder dürfen nur vom Betreiber angebracht werden.

§ 10
Pflege der Grabstätten
(1) Der Bestattungswald „Frankenbuch“ ist ein naturnah bewirtschafteter Wald. Die forstliche Bewirtschaftung erfolgt wie bisher im Rahmen der geltenden Bestimmungen und der besonderen Zweckbestimmung, sowie unter umfassender Rücksichtnahme auf die Grabstätten.
(2) Der Betreiber oder ein von ihm beauftragter Dritter darf Pflegeeingriffe an den Bestattungsbäumen und Naturbiotopen durchführen, wenn diese aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht oder der Erhaltung zwingend geboten sind.
(3) Grabpflege und Pflegeeingriffe durch Angehörige von Verstorbenen oder Dritte sind nicht zulässig.

§ 11
Haftung
(1) Die Stadt Bad Saulgau oder ein von ihnen beauftragter Dritter haften nicht für Schäden, die durch nicht satzungsgemäße Benutzung des Bestattungswaldes „Frankenbuch“ durch Tiere, Naturereignisse in der Fläche oder Naturereignisse an einzelnen Bäumen entstehen.
(2) Dem Betreiber obliegen keine über die Verkehrssicherungspflicht hinausgehenden Obhuts- und Überwachungspflichten. Für Personenschäden, die beim Betreten des Bestattungswaldes „Frankenbuch“ entstehen, besteht daher im Regelfall keine Haftung.
(3) Der Betreiber haftet bei Personenschäden nur dann, wenn diese Schäden nachweisbar durch vorsätzliche oder grob fahrlässige Handlungsweisen seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verursacht werden.

§ 12
Ordnungswidrigkeiten
(1) Ordnungswidrig im Sinne von § 142 Gemeindeordnung und § 49 Abs. 3 Nr. 2 des Bestattungsgesetzes handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig entgegen
a) § 5 Abs. 1 sich nicht der Würde des Friedhofes entsprechend verhält oder den Anordnungen des aufsichtsbefugten Personals des Betreibers nicht Folge leistet,
b) der in § 5 (2) definierten Benutzungsregeln agiert,
c) § 5 Abs. 4 die dort definierten Veranstaltungen ohne Zustimmung der Stadt abhält,
d) § 8 Abs. 1 die Grabstätten bearbeitet, schmückt oder in sonstiger Form verändert,
e) § 10 Abs. 3 als Dritter oder Angehöriger Grabpflege oder Pflegeeingriffe vornimmt;
f) § 9 (2) weitere Markierungen an den Bäumen anbringt, oder diese nicht durch die Stadt anbringen lässt.
(2) Ordnungswidrigkeiten können mit einer Geldbuße von bis zu 1.000 € geahndet werden.

§ 13
Erhebungsgrundsatz
(1) Der Erwerb der Nutzungsrechte an Bäumen erfolgt aufgrund eines mit der Stadt abzuschließenden privatrechtlichen Vertrages.
(2) Für die Durchführung von Beisetzungen und sonstigen Amtshandlungen auf dem Gebiet des Bestattungswesens werden Gebühren nach der Friedhofsordnung und Bestattungsgebührensatzung in der jeweils gültigen Fassung erhoben.

§ 14
Inkrafttreten
Diese Satzung tritt am 01. 07. 2019 in Kraft.

Bad Saulgau, den 01.03.2019



Doris Schröter
Bürgermeisterin



Hinweis gemäß § 4 Abs. 4 Gemeindeordnung:
Eine etwaige Verletzung von Verfahrens- oder Formvorschriften der Gemeindeordnung für Baden-Württemberg (GemO) oder aufgrund der GemO beim Zustandekommen dieser Satzung wird nach § 4 Abs. 4 GemO unbeachtlich, wenn sie nicht schriftlich innerhalb eines Jahres seit der Bekanntmachung dieser Satzung gegenüber der Gemeinde geltend gemacht worden ist. Der Sachverhalt, der die Verletzung begründen soll, ist zu bezeichnen. Dies gilt nicht, wenn die Vorschriften über die Öffentlichkeit der Sitzung, die Genehmigung oder die Bekanntmachung der Satzung verletzt worden sind.

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