Theater Stadthalle

Das Theaterstück am 23.10.2020 findet statt.
Beachten Sie bitte die entsprechend der aktuellen Verordnung vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen, Abstandsregeln sowie das Tragen der Mund-Nasenbedeckung für die Dauer des gesamten Theaterbesuches.

Spielzeit 2020/21

Die Spielzeit 2020/21 sieht 6 Aufführungen vor,  zunächst werden jedoch nur die ersten 3 Stücke für den Ticketverkauf freigegeben. Sollten die Bedingungen und gesetzlichen Vorgaben unverändert bleiben, werden zum Ende des Jahres auch die restlichen 3 Stücke freigegeben.
Bedingt durch die Abstandsregeln fasst die Stadthalle nur knapp 200 Plätze, die in Paarplätze sowie (wenige) Einzelplätze aufgeteilt sind. Aus diesem Grund können wir Ihnen in dieser Saison auch kein Abonnement anbieten.

Für den Theaterbesuch gelten grundsätzlich folgende Regeln:
• Die Aufführungen finden ohne Pause statt und dauern i.d.R. 90 bis maximal 120 Minuten.
• Es gibt keine Garderobe; Mäntel können mit in den Saal genommen werden.
• Kein Einlass für Personen mit Symptomen, die auf Corona hinweisen oder in den letzten 14 Tagen Kontakt zu Covid-19-Fällen hatten.
• Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung auch während der Aufführung.
• Einhaltung der allgemeinen Hygieneregeln (Handhygiene).
• Erhebung der Kontaktdaten über den VVK.

Freitag, 23.10.2020 - Gott

Freitag, 23.10. 2020, 19.30 Uhr
Gott
Schauspiel von Ferdinand Schirach
Konzertdirektion Landgraf
Regie: Mlraz Bezar

Mit Ernst Wilhelm Lenik („Vater“), Karin Boyd, Wolfgang Seidenberg, Klaus Mikoleit, Martin Molitor u.a.

Richard Gärtner möchte nicht mehr leben. Nach dem Tod seiner Frau fehlt ihm der Lebenswille, und er bittet seine Hausärztin um Beihilfe zum Suizid. Der Fall beschäftigt den Deutschen Ethikrat; Sachverständige aus Justiz, Medizin und Kirche diskutieren über das Recht auf einen assistierten Suizid. Wem gehört unser Leben? Wer entscheidet über unseren Tod? Was ist moralisch vertretbar? Am Ende des Abends liegen die Empfehlungen des Ethikrats vor und wir (das Publikum) müssen abstimmen und ein Urteil fällen.
Wie in seinem ersten Theaterstück „Terror“ setzt Bestseller-Autor Ferdinand von Schirach damit seine Idee vom Theater als gesellschaftlichem Diskursraum fort. Sind Palliativmedizin oder Sterbehilfeangebote im Ausland die bessere Alternative? Wie beweist man die Selbstbestimmtheit eines Suizidwunsches? Lässt sich die Moral einer Gesellschaft so verändern, dass sie den Suizidwunsch eines gesunden Menschen akzeptieren kann?

Hintergrund des Stücks ist die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 26. Februar 2020, dass der Paragraf 217 StGB, der bisher die „geschäftsmäßige Förderung“ von Suizid verboten hat, neu geregelt werden muss. Ärzte, Sterbebegleiter, Sterbeorganisationen, Pfleger und Rechtsanwälte hatten geklagt, dass das bisherige Verbot ihre Grundrechte verletze. Denn wenn der Staat Sterbehilfe verbiete, so verwehre er das Recht auf selbstbestimmtes Sterben.

Ticketpreise:
Kategorie 1:  24 € / 12 € erm.
Kategorie 2:  20 € / 10 € erm.
Kategorie 3:  18 € /   9 € erm.

Szenenbilder: T.Behind-Photographics

 

Samstag, 14.11.2020 - Fräulein Julie

Samstag, 14.11. 2020, 19.30 Uhr
Fräulein Julie
Drama von August Strindberg
Renaissance-Theater Berlin / Landgraf
Regie/Fassung: Torsten Fischer

Mit Judith Rosmair, Dominique Horwitz

Julie, Tochter eines Grafen und Gutshofbesitzers, lässt sich in der erregenden Atmosphäre der Mittsommernacht mit dem Diener Jean ein. Am nächsten Morgen ist der Reiz verflogen: Reue, Verzweiflung, Selbstmord des adligen Fräuleins sind die Folgen. Wie diese Begegnung jedoch von Strindberg sensibel, realistisch und spannend in der Charakterzeichnung erzählt wird, macht verständlich, warum dieser Einakter zum berühmtesten und meistgespielten Drama des Dichters wurde. Da ist Julie: unbefriedigt, unbeherrscht, auf der Suche nach etwas Sinnvollerem als der standesgemäßen Heirat. Und da ist Jean: der Untergebene, Fremde, Erregende. Julie provoziert Jean, er reagiert mit romantisch-ritterlichen, verträumt-poetischen Gesten und Worten. Doch nach der gemeinsamen Nacht zeigt Jean seine brutale Seite und beschimpft Julie als „Domestikendirne“, die keinen Ausweg mehr sieht ….
August Strindberg (1849-1912) ist der bedeutendste schwedische Dramatiker.

Ticketpreise:
Kategorie 1: 24 € / 12 € erm.
Kategorie 2: 20 € / 10 € erm.
Kategorie 3: 18 € / 9 € erm.

Foto: Gio Loewe
Foto: Gio Loewe
 

Freitag, 11.12.2020 - Acht Frauen

Freitag, 11.12. 2020, 19.30 Uhr
Acht Frauen
Kriminalkomödie von Robert Thomas mit Musik
von Franz Wittenbrink
Theaterlust
Regie: Thomas Luft

Mit Anja Klawun, Anuschka Tochtermann, Christa Pillmann, Dagny Dewath, Eva Wittenzellner, Gabriele Graf, Marget Flach, Nathalie Schott

Weihnachten in einer abgelegenen Villa. Eine wohlhabende Familie kommt zusammen, um das Fest zu feiern. Sieben Frauen, die achte erscheint unerwartet, nachdem der Hausherr tot aufgefunden wird. Grausam ermordet, ein Messer steckt in seinem Rücken. Tot sind auch Telefon und Autos; der Schnee liegt meterhoch, man ist von der Außenwelt abgeschnitten. Eine fatale Situation. Panik kommt auf. Ist der Mörder vielleicht noch im Haus? Dazu Misstrauen, Verdächtigungen. Denn eines wird schnell klar: In diesem Fall muss der Mörder eine Mörderin sein! Keine der Damen hat ein Alibi, alle haben ein Motiv, jede ein Geheimnis, jede verstrickt sich im Lauf der aber-witzigen Geschichte mehr und mehr in einem Netz aus Lügen und Heimlichkeiten. Acht Leidenschaften mit ihren aufgestauten Lebensträumen, Frustrationen und Verletzungen prallen auf- und gegeneinander.

Dem französischen Autor Robert Thomas gelang 1961 mit seinen HUIT FEMMES ein großer Hit. Mit feiner Ironie karikiert er die bourgeoisen Verhältnisse der 1950er Jahre und spielt lustvoll mit den Rollenbildern dieser Zeit. Eine Mischung aus Kriminalstück, Komödie und Psychodrama mit viel Musik, die 2001 erfolgreich verfilmt wurde.

Ticketpreise:
Kategorie 1: 24 € / 12 € erm.
Kategorie 2: 20 € / 10 € erm.
Kategorie 3: 18 € / 9 € erm.




Szenenbilder: Hermann Posch

 

Eine kleine Saulgauer Theatergeschichte

2019 - 60 Jahre Stadthalle

Nach heftigen kommunalpolitischen Diskussionen im Vorfeld und erheblichen Schwierigkeiten, die einen mehrjährigen Baustopp beinhalteten, wurde am 21. November 1959, die neue Saulgauer Stadthalle in der Schützenstraße eröffnet. Zunächst für den Sportbetrieb, im Jahr darauf dann auch für das Theater, das bis dahin seine Heimat im alten Festsaal hatte. Dort hatte die Geschäftsführung der „Fähre“ schon 1950 begonnen, unter erschwerten Bedingungen – im Winter war der Saal kaum beheizt, die Garderoben der Schaupeiler waren im Kohlenkeller – einen anspruchsvollen Theaterbetrieb aufzubauen, der mit der neuen Stadthalle bald auf ganz Oberschwaben ausstrahlen sollte.

„Das Theater ist für uns geistig das Gleiche, was Straßen und Eisenbahnen für unsere Wirtschaft darstellen, nämlich Anschluss an die Welt.“ Mit diesen Worten aus dem Spielplan von 1961/62 wird kühn vorweggenommen, was 60 Jahre Theater in der Stadthalle im Rückblick nur bestätigen: Durch die neue Stadthalle hat das kulturelle Leben Saulgaus einen solch ungeheuren Aufschwung genommen, dass die Stadt tatsächlich auf ein Mal die große Welt zu Gast in ihren Mauern hatte. Mit Gastspielen des Burgtheaters Wien, des Renaissance-Theaters Berlin oder des Theaters in der Josefstadt Wien kamen erstklassige Bühnen in die oberschwäbische Provinz und mit ihnen eine Schauspielerriege, die heute nur noch in den Metropolen zu sehen wäre: Josef Meinrad, Helmut Qualtinger, Attila Hörbiger, Elisabeth Flickenschildt, Mario Adorf, Götz George, Liselotte Pulver, Bernhard Minetti, Maria Schell und viele andere spielten hier unter so berühmten Regisseuren wie Otto Schenk, Hans Günter Heyme oder August Everding. Das war nach dem kulturellen Kahlschlag im Nationalsozialismus und den kargen 1950er Jahren in der Tat ein „Anschluss an die Welt“, wie es die Verantwortlichen damals wohl selbst kaum für möglich gehalten hatten.

Ministerpräsident Kiesinger, Bürgermeister Drescher, 11.3.1960
Ministerpräsident Kiesinger, Bürgermeister Drescher, 11.3.1960
Stadthalle, 1960
Stadthalle, 1960
 

Angefangen hatte es am 11. März 1960 mit einer Aufführung von Carl Maria von Webers „Freischütz“, zu der sogar Ministerpräsident Kurt Georg Kiesinger anreiste. Schon Wochen vorher war die Stadthalle mit ihren 1000 Plätzen völlig ausverkauft, und „in den Friseurgeschäften und bei den Schneiderinnen herrschte vorfestlicher Hochbetrieb.“ Mit Bravour hat die neue Stadthalle mit modernster Technik, versenkbarem Orchestergraben und ausfahrbarer Bestuhlung ihre Feuerprobe bestanden. Sie stieß landauf, landab auf ein solches Interesse, dass anschließend Heerscharen von Delegationen aus Städten bis hin nach Bruchsal, Leonberg, Mannheim und Offenbach die Halle besichtigten.

Nachdem im August dann das „Fest der guten Laune“ mit Bill Ramsey und Robert Blanco gefeiert war, wurde eine Theatergemeinde gegründet, die bald auf ein überwältigendes Interesse stieß: Mit 640 Abonnenten und 130 Schülerabos ging es in die Saison 1962/63. Zwei Jahre später waren die Abonnements schon so gefragt, dass es gerade noch 45 Plätze im Freien Verkauf gab, und 1968/69 waren gar alle 1005 Plätze mit Abonnenten belegt. Nicht selten hatte eine Theatersaison damals bis zu 14 Aufführungen, teilweise mit nur einer Woche Abstand – heute kaum mehr vorstellbar. In einer Zeit, in der das Fernsehen gerade erst laufen lernte und kaum kommerzielle oder sonstige kulturelle Angebote lockten, als ganze Schulklassen noch geschlossen ein Abonnement hatten, war das Theater die Attraktion schlechthin nicht nur für das Saulgauer Bildungsbürgertum!

Spitzenreiter der gespielten Autoren ist William Shakespeare, von dem sage und schreibe 24 Stücke aufgeführt wurden. Deutlich abgeschlagen folgen Brecht und Schiller (je 14), Molière (11) sowie Dürrenmatt, Frisch und Nestroy (je 10). Immerhin: In der Summe haben die Modernen Klassiker einen erheblichen Anteil am Spielplan ausgemacht, der in seiner Modernität bei dem teilweise konservativen Publikum durchaus auch anzuecken wusste.

Für George Gershwins Musical „Porgy & Bess“ warb man 1970 – damals noch politisch korrekt – mit „Negersolisten, Chor und Ballett“, und in den Jahren darauf schauten schon einmal Costa Cordalis, Reinhard Mey, Luis Trenker oder Bibi Johns in der Stadthalle vorbei: Auch das Ausdruck des „Anschlusses an die Welt!“

Über 650 Theateraufführungen sind in den 60 Jahren seit ihrer Eröffnung über die Bühne der Stadthalle gegangen, dazu unzählige weitere Veranstaltungen. Abgesehen von einzelnen kleinen Veränderungen, etwa einer vergrößerten Hinterbühne, neuer Bestuhlung oder dem später angebauten Foyer, ist sie in ihrer Grundstruktur nahezu unverändert: Ausweis einer weitsichtigen, funktionalen Planung, mit der die Stadt den Grundstein legte für ein bis heute florierendes Kulturleben. Und auch wenn das Theater heute nicht mehr den Stellenwert hat wie in den 1960er Jahren und heftiger Konkurrenz durch Fernsehen, Internet, Kino, Comedy und sonstiger Event-Kultur ausgesetzt ist, gilt nach wie vor, was das Programmheft 1962 postuliert: Theater ist nicht nur sinnlich-ästhetisch-emotionales Erlebnis, sondern auch mentales Vergnügen, das den Horizont weitet. Bewegender, anregender und unterhaltsamer kann der „Anschluss an die Welt“ bis heute nicht sein!


Vorverkaufsstellen/Information

Foto: Joachim Hiltmann
Foto: Joachim Hiltmann

Informationen zu allen Veranstaltungen sowie Abonnements erhalten Sie beim städtischen Kulturamt.

Die Preise liegen zwischen 16 und 24 Euro bei Abonnementsaufführungen; bei Sondergastspielen je nach Aufführung.
Ermäßigungen für Schüler und Schulklassen.
Tickets im Vorverkauf sind erhältlich
im Bürgerbüro der Stadt Bad Saulgau
bei der Tourist-Information am Marktplatz

sowie online unter www.reservix.de

 

AndreasRuess

Oberamteistraße 11
88348 Bad Saulgau
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 Die Stadtverwaltung bittet aufgrund der derzeitigen Corona-Lage dringent darum, Angelegenheiten soweit wie möglich telefonisch oder per Mail zu erledigen.

Sofern ein persönliches Gespräch im Rathaus stattfindet, bittet die Stadtverwaltung um einen vorherige Terminvereinbarung

In Rathaus und Bürgerbüro und anderen städtischen Einrichtungen gilt Maskenpflicht.

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