Oskar Kokoschka
Capriccio - Faszination des Augenblicks

Oskar Kokoschka ist einer der herausragenden Vertreter des Expressionismus; mit dem 1886 geborenen Österreicher brach die Wiener Kunst um 1900 in die Moderne auf. Nach dem Kunsthaus Stade zeigt nun auch die Städtische Galerie Fähre unter dem Titel „Capriccio – Faszination des Augenblicks“ einen Werkabschnitt Kokoschkas, der noch weitgehend unbekannt ist.

Capriccio bezeichnet seit dem 16. Jahrhundert die eigensinnigen, launigen Einfälle in der Kunst. In diesem Sinn suchte auch Kokoschka den flüchtigen Moment festzuhalten. Blitzschnell brachte er Skizzen auf das Papier, so etwa im Zirkus, beim Abendessen mit Freunden, oder auf Reisen, wo zur Not auch die Motorhaube eines Autos als Unterlage genügte. Der kurze Augenblick, das unspektakuläre Detail, die kleine Geste – ganz unterschiedlich sind die Motive, die Kokoschkas Aufmerksamkeit erregten und die ihn faszinierten. Es sind Momentaufnahmen, die sich durch einen besonderen Esprit und Reiz auszeichnen.

Die Ausstellung mit Werken der Sammlung Spielmann umfasst vor allem Aquarelle, Zeichnungen und Druckgrafiken, die Kokoschka spontan und von einem konkreten Erlebnis inspiriert fertigte, Arbeiten voll abwechslungsreicher Sujets, Humor und Bewegung: Porträts, Stillleben, Tierbilder, Reiseskizzen. Trotz unerfüllter Liebe, Demütigungen und der Flucht vor dem NS-Regime nach England bewahrte sich Oskar Kokoschka zeitlebens eine leidenschaftliche Lebensfreude, die in seinen spontanen Arbeiten als vitale Geste sichtbar wird. Diese freien, spielerischen Arbeiten Kokoschkas zeugen von seinem Wunsch nach einer Kunst ohne Zwänge, von seiner Sehnsucht nach einem Miteinander, einer Vereinigung von Leben und Kunst. Die ausgestellten Werke aus der Sammlung Heinz Spielmann entstammen dem Zeitraum von 1906 bis 1978. Zwischen diesen Jahren liegen die Beziehung zu Alma Mahler, eine Professur in Dresden, das Exil in Großbritannien, die Übersiedlung 1953 in die Schweiz und die Gründung einer Schule des Sehens. So vielfältig wie das Leben Kokoschkas ist auch sein Werk: kritisch und kraftvoll einerseits, spontan und spielerisch andererseits.

Sammlung Spielmann
Prof. Dr. Heinz Spielmann, Hauptleihgeber der Ausstellung, gehört zu den besten Kennern Kokoschkas und war jahrelang mit dem 1980 in Montreux verstorbenen Künstler freundschaftlich verbunden. Der Kunsthistoriker lehrte an der Universität Münster und war von 1986-98 Leiter der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen und von 1998-2005 künstlerischer Leiter des Bucerius Kunst Forums in Hamburg. Er ist Autor der 2003 im Dumont-Verlag erschienen Monographie: Oskar Kokoschka. Leben und Werk.

Katalog: Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen mit einem Aufsatz von Heinz Spielmann sowie zahlreichen Abbildungen, Fotografien und Kommentaren zu den Werken. 128 Seiten, Hardcover, Preis 22 €.

AndreasRuess

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