Spielarten des Realismus

Städtische Galerie Fähre
Altes Kloster Bad Saulgau

4. Juni bis 28. August 2022

Spielarten des Realismus


Volker Blumkowski
Jiyun Cheon
Birgit Feil
Eckart Hahn
Tibor Pogonyi
Nicolas Schützinger

Seitdem im 19. Jahrhundert erstmals der Begriff des Realismus in der Bildenden Kunst auftauchte, durchlief er ein ständiges Auf und Ab zwischen Anerkennung und Ablehnung. In der Nachkriegszeit diskreditiert, erlebte er in den 1970er Jahren insbesondere durch die Leipziger Schule eine Renaissance. Heute, in Zeiten des völligen Stilpluralismus, hat der Realismus seine ideologische Konnotation verloren und findet sich in den verschiedensten Ausformungen, die vom Surrealismus über den Foto- und Hyperrealismus bis hin zum Magischen Realismus reichen.

Mit den „Spielarten des Realismus“ führt die Galerie Fähre ihre langjährige Tradition fort, interessante zeitgenössische Positionen im Bereich der figürlich-gegenständlichen Kunst zu präsentieren. Bei der Ausstellung begegnen sich sechs Künstlerinnen und Künstler, die in diesem Spektrum eine jeweils eigenständige und unverwechselbare Rolle einnehmen.

Volker Blumkowski (Stuttgart) zählt mit seinen skurrilen, poetisch-hintergründigen Bildwelten schon zu den Klassikern der figurativen Malerei im Südwesten. Absurde, surreale Szenen, die einer Theaterbühne zu entstammen scheinen, erzählen von den Irrungen und Wirrungen der menschlichen Existenz.
Einen Sinn fürs Surreale hat auch Eckart Hahn (Reutlingen), der in malerischer Perfektion fantastische Bildwelten von magischer Wirkung schafft: Bitterböse Kommentare zum Zustand unserer Welt ebenso wie arkadische Utopien.
Die Arbeiten von Nicolas Schützinger (Stuttgart/Berlin) und Birgit Feil (Warmbronn) zeichnet dagegen ein lakonischer Alltags-Realismus aus, der sich auf unprätentiöse Weise mit ganz normalen Menschen in ganz alltäglichen Situationen beschäftigt. Ihr unverstellter Blick auf Menschen wie du und ich lässt uns selbst in ihnen erkennen.
Auch bei Tibor Pogonyi (München) steht der Mensch im Mittelpunkt, allerdings in einem eher symbolistischen Realismus altmeisterlicher Prägung. Mit Tüchern umhüllte Figurationen in südländisch anmutenden Garten- und Felslandschaften erinnern an biblische Szenen und scheinen auf das Geworfensein des Menschen in die Welt anzuspielen.
Jiyun Cheon (München) hat nach anfänglich natura¬lis¬tischen Menschendarstellungen zu einer zunehmend surrealen Bildwelt gefunden. Seltsame Objekte und Tiere in prunkvollen historischen Interieurs machen den Betrachter zum unfreiwilligen Voyeur irritierender Szenen, die Verletzlichkeit, Konflikt und Gewalt in Beziehungen assoziieren.

Eröffnung
Freitag, 3. Juni 2022, 19 Uhr
Zur Ausstellung: Andreas Ruess, Galerie Fähre
Musikalische Begleitung: Michael Huber, Posaune

Öffnungszeiten
4.6. bis 28.8.2022
Di – So, Feiertag 14-17 Uhr
Eintritt 3 Euro; Schüler,Studenten und Kunstverein Bad Saulgau frei sowie mit Ausweis der Bücherei Bad Saulgau

Jiyun Cheon. O.T.
Jiyun Cheon. O.T.
Eckart Hahn. Paradies
Eckart Hahn. Paradies
Volker Blumkowski. Mengenlehre
Volker Blumkowski. Mengenlehre
Tibor Pogonyi. Warten auf die Apokalypse
Tibor Pogonyi. Warten auf die Apokalypse
Birgit Feil. Hängende
Birgit Feil. Hängende
Nicolas Schützinger. Jule
Nicolas Schützinger. Jule
 

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