Oh Capain, My Captain - Geätzte Hommagen

Nach sechs Monaten Zwangspause öffnet unsere Galerie am 22. Mai. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt und daher einer vorherige Anmeldung empfehlenswert. Tel. 07581/207-161 oder während des Galeriebetriebes unter Tel. 07581/207-166.

Städtische Galerie Fähre
Altes Kloster Bad Saulgau

22.5. bis 1. August 2021
Oh Captain, My Captain
Geätzte Hommagen

Eckhard Froeschlin
Helm Zirkelbach


Bei der Ausstellung „Oh Captain, my Captain!“ begegnen sich mit Eckhard Froeschlin und Helm Zirkelbach zwei Künstler, die in den vergangenen Jahrzehnten die Technik der Radierung maßgeblich geprägt und weiterentwickelt haben. Beide zeichnen sich nicht nur durch besondere Experimentierfreude und handwerkliche Virtuosität aus, sondern auch durch ihre ausgeprägte Auseinandersetzung mit Kunst, Literatur und Geschichte in ihrem Werk. Sie lassen sich in ihrem Schaffen davon inspirieren und erweisen Dichtern und Denkern, Malern und Musikern ihre Reverenz. Dabei gelingt ihnen in kongenialer Weise die Transformation historischer, literarischer oder musikalischer Inhalte in eine bildnerische Sprache.

Eckhard Froeschlin gelangt vor allem mit Hilfe des Montageprinzips zu einer „malerischen Sinnlichkeit in der Radierung“ (Werner Meyer), die die traditionelle Ästhetik dieser Tiefdrucktechnik weit hinter sich lässt. In seinen meist figurativen Arbeiten kombiniert er gekonnt Elemente aus Zeichnung, Malerei, Typographie und Fotographie und findet so zu einer Bild- und Formensprache, die auf subtile bis explizit-eindeutige Weise Gesellschaft, Kunst und Geschichte reflektiert.

Auch für Helm Zirkelbach sind Literatur und Musik – neben der Landschaft – zentrale Inspirationsquellen. Während Froeschlin aber eher ein Geschichtenerzähler ist, versteht sich Zirkelbach mehr als Verwandlungskünstler, der literarischen oder musikalischen Werken mittels der Radierung neue Gestalt verleiht. Ob Schuberts Winterreise, Chopins 24 Préludes oder Walt Whitmans Gedichtzyklus „Gesang von mir selbst“: Seine aufwendigen Radierzyklen, die zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion oszillieren, eröffnen einen weiteren, ganz eigenen Zugang zu Struktur, Melodie, Rhythmus und Poesie derartiger Kunstwerke.

Die Ausstellung „Oh Captain, my Captain!“ - betitelt nach Walt Whitmans berühmtem Gedicht von 1865, in dem er die Ermordung Abraham Lincolns betrauert - versteht sich als Hommage an die aufklärerische Kraft der Kunst und zeigt, dass die jahrhundertealte Technik der Radierung noch längst nicht an ihrem Ende angekommen ist.



Eröffnung
Eine Vernissage kann aufgrund der aktuellen Regelungen nicht stattfinden. Sollte es die Lage zulassen, sind folgende Veranstaltungen geplant (Teilnehmerzahl begrenzt; Anmeldung erforderlich):

Galeriegespräch mit Eckhard Froeschlin
Dienstag, 22. Juni 2021, 19.30 Uhr

Galeriegespräch mit Helm Zirkelbach
Mittwoch, 9. Juni 2021, 19.30 Uhr


Öffnungszeiten
22.5. bis 1.8.2021
Dienstag bis Sonntag, 14-17 Uhr
Eintritt 3 Euro; Schüler und Studenten frei

Eckhard Froeschlin. Nachtatelier
Eckhard Froeschlin. Nachtatelier
Eckhard Froeschlin. Überfahrt
Eckhard Froeschlin. Überfahrt
Helm Zirkelbach. Die Krähe - Winterreise
Helm Zirkelbach. Die Krähe - Winterreise
Helm Zirkelbach. Whitman
Helm Zirkelbach. Whitman
 
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