Sitzung des Technischen Ausschusses am 8.10.202

Informationen zu behandelten Tagesordnungspunkten und gefassten Beschlüssen

Lediglich zwei, dafür umso informations- und beratungsintensive Themen standen auf der Sitzung der vergangenen Sitzung des Technischen Ausschusses.

Wasserschutzgebiet Mannsgrab - Nitratbericht
Johannes Übelhör, technischer Leiter der Stadtwerke, informierte zunächst über die aktuelle Entwicklung der Nitratwerke des im Wasserschutzgebiet Mannsgrab geförderten Trinkwassers. Aus den Brunnen in diesem Gebiet wird der größte Teil der Stadt mit Wasser versorgt. Die Nitratwerte liegen hier zwar unterhalb der Grenzwerte, die Stadtwerke überwachen die Entwicklung aber genau und informieren regelmäßig im Technischen Ausschuss.

Insgesamt werden im Schutzgebiet an 45 Punkten Proben entnommen. In manchen Bereichen des Gebietes ist der Nitratgehalt im Wasser höher, in anderen Bereichen niedriger. Die Abgrenzung der Bereiche bleibt insgesamt zwar stabil. Landbewirtschaftung (Düngung, Umbruch, …) und Klima (Niederschläge, Trockenheit) verursachen aber in gewissem Umfang Schwankungen bei den Werten.

Gewonnen wird das Trinkwasser im Mannsgrab aus verschiedenen Brunnen. Das geförderte Wasser wird dann vermischt. Der Nitratgehalt lag dann bei den vergangenen Messungen zwischen 35 und 40 mg/l, also deutlich unter dem Grenzwert von 50 mg/l.

Für diese derzeit vergleichsweise niedrigen Werte spielen v.a. zwei Effekte eine Rolle. Zum einen wird ein Hauptbrunnen gerade saniert. Dieser Brunnen befindet sich in einem Bereich mit etwas höherer Nitratbelastung. Die fehlende Wassermenge wird durch die Förderung aus Brunnen ausgeglichen, bei denen der Nitratgehalt derzeit geringer ist. Zum anderen haben sich die niedrigen Niederschlagsmengen in den vergangenen eineinhalb Jahren kurzfristig positiv aus die Nitratmenge im Grundwasser ausgewirkt. Der Regen hat nämlich weniger Nitrat aus dem Erdreich ins Grundwasser ausgewaschen.
Mittlerweile wirken sich die geringen Niederschlagsmengen aber spürbar negativ auf den Brunnenbetrieb aus. Denn die geringen Niederschläge lassen den Grundwasserpegel mittlerweile erheblich absinken – mit der Folge, dass die Brunnen überlastet werden.

Um die Nitratwerte langfristig zu senken, setzen die Stadtwerke bereits auf eine über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehende, freiwillige Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft. Extensivierung lautet hierbei die Strategie. Landwirte nutzen dabei in dem definierten Gebiet liegenden Flächen nicht mehr konventionell. Sie düngen weniger oder gar nicht und verzichten zugunsten von Wildblumen, Silphie oder Ackergras auf den Anbau von z.B. Mais. Die Stadtwerke zahlen als Ausgleich für diese weniger ertragreichen Nutzungen eine Entschädigung. Die Effekte dieser langfristigen Strategie werden sich aber erst in den kommenden Jahren zeigen.

Und ganz grundsätzlich, auch unabhängig von der Entwicklung der Nitratwerte, wird das Grundwassermanagement eine riesige Zukunftsaufgabe sein. Bei anhalten wenig Niederschlag und dem damit zusammenhängenden Absinken des Grundwasserspiegels müsse man darüber nachdenken, wie man mit dieser Entwicklung umgehe, beispielsweise auch, ob beispielsweise die Entnahme von Grundwasser für Bewässerungszwecke weiterhin zugelassen werden könne.

Umsetzung und Sachstand Feuerwehrbedarfsplan 2020 – 2025
Einen weiteren Sachstandsbericht hab Feuerwehrkommandant Karl-Heinz Dumbeck. Ende 2019 hatte der Gemeinderat einen neuen Masterplan für die Weiterentwicklung der Bad Saulgauer Feuerwehr beschlossen. Betrachtet werden dabei die Stützpunktwehr in der Kernstadt und alle Abteilungen und Löschgruppen in den Teilorten. Der Bedarfsplan umfasst dabei strategisch-organisatorische Aussagen, beispielsweise die Aufteilung des gesamten Gemarkungsgebietes in sogenannte Ausrückbereiche. Je nach Ort und Art der Gefahrenlage werden in einem definierten Verfahren die Einsatzgruppen aus einem oder mehreren solcher Bereiche alarmiert und rücken aus.
Dumbeck berichtete in diesem Zusammenhang von den positiven Erfahrungen mit einer geänderten Alarm- und Ausrückordnung. Einsatzfahrzeuge aller Abteilungen rücken danach nicht mehr wie bisher auf Löschfahrzeugen mit 9 Besatzungsmitgliedern aus, sondern bereits mit 6. Dies ermöglicht kürzere Hilfefristen. Allerdings muss grundsätzlich immer ein zweites Fahrzeug nachrücken. Hintergrund dieser Umstellung ist, dass es bestimmten Abteilungen zu lange bräuchten, um ein Fahrzeug mit einer Besatzungsstärke von 9 Einsatzkräften ausrücken zu lassen – zumindest tagsüber, wenn sich viele der freiwilligen Feuerwehrleute in der Kernstadt oder anderen Orts beim Arbeiten befinden.

Das Konzept definiert ebenfalls die notwendigen technischen und gebäudlichen Voraussetzungen. Der Fokus des Sachstandsberichtes lag dabei auf den kurz- und mittelfristig notwendigen Fahrzeug(ersatz)beschaffungen. Absehbar größter Brocken ist die Beschaffung eines Rüstwagens, die spätestens 2023 ansteht. Kostenpunkt: 600.000 Euro. Sparpotential sieht Dumbeck bei der Beschaffung zweier Mehrzweckfahrzeuge, eines Kommandowagens und einem Löschgruppenfahrzeug. Anstelle von Neubeschaffungen (insgesamt 400.000 Euro) schlug Dumbeck vor, gebrauchte Fahrzeuge mit einem geschätzten Anschaffungspreis von insgesamt 180.000 Euro zu erwerben.

Größte Herausforderung aber derzeit: Corona macht einen regulären Übungsbetrieb schwierig. Sämtliche Lehrgänge und Weiterbildungen sind sogar komplett abgesagt. Den „Stau“, so Dumbeck, werde man absehbar auch im kommenden Jahren nicht abarbeiten können.

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