Gebhard Fugel (1863-1939) - Von Ravensburg nach Jerusalem

Gebhard Fugel, 1863 in Oberklöcken bei Ravensburg geboren und vor 75 Jahren in München gestorben, galt seinen Zeitgenossen als ein Erneuerer religiöser Kunst. In der Nachfolge der romantisch-verklärten Nazarener sorgte er mit seinem „imaginativen Realismus“ schon als 22Jähriger 1885 im Münchner Kunstverein für Aufsehen.

Neben zahlreichen Fresken und Altarbildern für Kirchen in Süddeutschland, der Schweiz, in Österreich und den USA wurde Gebhard Fugel vor allem durch sein eigentliches Lebenswerk, einen über 100 Bilder umfassenden Zyklus von Gemälden zur Bibel, bekannt. Mit den daraus gefertigten und vielfach reproduzierten Schulwandbildern sowie Volks- und Schulbibeln prägte er bis in die 1970er Jahre den Religionsunterricht.

Als Mitbegründer der Deutschen Gesellschaft für Christliche Kunst stand Gebhard Fugel in Kontakt mit führenden katholischen Publizisten und Theologen seiner Zeit (Karl Muth, Romano Guardini). Er war ein im Wortsinn religiöser Maler mit ausgeprägt volkspädagogischer Haltung, der seine Kunst ganz in den Dienst der religiösen Erziehung stellte. Noch heute zeigt sich Fugels pädagogischer Impetus und künstlerische Meisterschaft im monumentalen „Jerusalem-Panorama“ von Altötting, einem rund 1.200 Quadratmeter großen Rundgemälde, das er 1902/03 geschaffen hat und das heute unter Denkmalsschutz steht.

Die Städtische Galerie Fähre zeigt aus Anlass seines 150. Geburts- und 75. Todestages einen Querschnitt durch das profane und religiöse Werk des Ravensburger Künstlers, der auch in Saulgau seine Spuren hinterlassen hat. Hier ist Gebhard Fugel präsent in der St. Antoniuskirche durch eine Kreuzigung über dem Hochaltar (die Seitenaltar-blätter wurden 1995 im Zuge einer Restaurierung entfernt) und einen Kreuzweg von 1922, sowie in der St. Johanneskirche durch den Entwurf für den im 2. Weltkrieg zerstörten monumentalen Fresken-Kreuzweg der Schwabinger St. Josephskirche.

Fugel Kranke
 

Gebhard Fugel

1863 in Oberklöcken/Ravensburg am 14. August geboren
1877 Zeichenschule Edinger, Ravensburg
1879 Königliche Kunstschule (Akademie) Stuttgart bei Jakob Grünenwald, Alexander Liezen-Mayer und Claudius Schraudolph d.J.
1885 Künstlerischer Durchbruch im Münchener Kunstverein mit „Christus heilt Kranke“
1888-89 Studienaufenthalt in Venedig, Florenz und Rom
1890 Übersiedelung nach München
1893 Gründung „Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst“
1902-03 Jerusalem-Panorama Kreuzigung Christi in Altötting
1904-08 Kreuzwegfresken St. Joseph, Schwabing (1944 zerstört)
1908-32 Drei Zyklen mit insgesamt 136 Bibelbildern
1917-32 25 Freskenentwürfe zur Apokalypse (heute in Scheyern)
1905 Verleihung des Professorentitels
1939 am 26. Februar in München gestorben

Fresken u.a. in Liebenau, Obereschach, Bregenz, Hergensweiler, Ellhofen, Wangen, Ostrach, Ravensburg, Röthenbach, Haisterkirch, Hauerz.

Fugel Selbstporträt
 

AndreasRuess

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