Pavel Feinstein - Der Biss der Muse

Pavel Feinsteins Malerei fasziniert, irritiert und verstört gleichermaßen. Seltsame Echsen, in Tüchern gehüllte Fische, pinselschwingende Affen oder messerzückende Gestalten in orientalisch anmutenden Gewändern bilden das Arsenal eines abgründigen Bilderkosmos, der aus einer anderen Zeit und Welt zu stammen scheint.

Der 1960 in Moskau geborene und seit 1980 in Berlin lebende Maler bewegt sich in seinen Arbeiten – vornehmlich Stillleben, Akte und Porträts – im traditionellen historischen Kontext: In geradezu unzeitgemäßer, altmeisterlicher Manier schafft er eine Bildwelt, die seit Jahrhunderten zu den klassischen Genres der Kunstgeschichte zählt. Dabei macht er keinen Hehl aus seiner Liebe etwa zur spanischen Malerei des 17. und 18. Jahrhunderts. So scheinen nicht nur El Greco oder Francisco de Goya ihre Spuren bei ihm hinterlassen zu haben, sondern insbesondere auch Diego Velazquez, dem er einen eigenen Werkzyklus gewidmet hat. Dabei bestechen seine Bilder nicht nur durch ihre stupende Technik, sondern vor allem durch ihre skurrile Fremdheit und subtile Ironie, die eine geradezu magische Wirkung auf den Betrachter ausüben.

Im Mittelpunkt seiner rätselhaften, oft mythisch und symbolisch aufgeladenen Bilder stehen Schuld und Sühne, Fluch und Erlösung. „Pavel Feinstein ist“, so hat es Manfred Schwarz in der „Zeit“ einmal ausgedrückt, „der Maler einer alttestamentarischen, einer unerlösten, zutiefst tragischen Welt.“ Ob mit seinen Versatzstücken aus der jüdischen Mythologie oder seinen unerhörten Opferritualen und Vergänglichkeitsphantasien: Pavel Feinstein konfrontiert uns mit zentralen Fragen unsere Existenz, ohne darauf aber eine Antwort zu geben.

Nach seiner großen Ausstellung 2010 im Osthaus Museum in Hagen zeigt die Ausstellung „Der Biss der Muse“ nun zum ersten Mal in Süddeutschland einen repräsentativen Querschnitt durch das Schaffen des Berliner Künstlers. Im Anschluss an die Bad Saulgauer Schau ist die Ausstellung im Schloss Bonndorf/Schwarzwald zu sehen.

1960 geboren in Moskau
1978 – 1979 Kunstfachschule, Duschanbe/Tadschikistan
1980 Übersiedelung nach Berlin
1980 – 1985 Studium an der HdK, Berlin
1985 Meisterschüler bei Prof. Gerhart Bergmann
Pavel Feinstein lebt und arbeitet in Berlin

Einzelausstellungen (Auswahl)
1996 Jüdische Galerie, Berlin
1997 The Ronald S. Lauder Foundation, Berlin
1998 Galerie Apex, Göttingen
2000 Galerie Taube, Berlin
2002 Jüdisches Museum Berlin
2003 Felix-Nussbaum-Haus, Osnabrück
2003 Galerie KK, Essen
2004 Moses-Mendelssohn-Akademie, Halberstadt
2005 Galerie KK, Essen
2008 Galerie Friedmann-Hahn, Berlin
2008 Moses-Mendelssohn-Akademie, Halberstadt
2010 Felix-Nussbaum-Haus, Osnabrück
2010 Galerie Vinogradov, Berlin
2010 Osthaus Museum Hagen
2010 Galerie KK, Essen
2011 Galerie Friedmann-Hahn, Berlin
2011 Galerie Tobias Schrade, Ulm
2011 Zitadelle Spandau

Feinstein 1
Feinstein 2
 

AndreasRuess

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