Glückhafte Rückständigkeit?
Kunst in Oberschwaben im 20. Jahrhundert
Tagung am Samstag, 3. März 2012, Stadtforum Bad Saulgau

Das 20. Jahrhundert war ein für die Bildende Kunst bedeutendes Jahrhundert. Es brachte zahlreiche Neuerungen und verhalf der Moderne auf breiter Front zum Durchbruch. Heute durchdringt moderne Kunst den Alltag, und selbst abseits der Metropolen finden sich Künstler, die in einer internationalen Formensprache arbeiten.

Das war nicht immer so: In Oberschwaben gibt es lange Zeit nur wenige Künstler und kaum Ausstellungsmöglichkeiten. Das Fehlen einer Kunstakademie und eines großstädtischen Publikums machen sich ebenso bemerkbar wie auch das Fehlen einer bürgerlichen Käuferschicht. Mit der Gründung der Sezession Oberschwaben-Bodensee (SOB) und dem Oberschwäbischen Kunstpreis wird in den Nachkriegsjahren versucht, die Bildende Kunst stärker in den Fokus zu rücken. Aber erst in den 1960er Jahren findet die Region Anschluss an die allgemeine Entwicklung.

Die Abfolge nationaler und internationaler Kunstströmungen legt nahe, dass sich eine ähnliche Entwicklung auch in Oberschwaben vollzieht und sich stilistische Neuerungen hier mit zeitlicher Verzögerung durchsetzen. Einige Trends gingen aber an der Region vorbei, und manche Vorliebe erwies sich als ziemlich beharrlich. Dies wirft die Frage auf, ob sich das Regionale gelegentlich als eine Art „glückhafter Rückständigkeit“ (Elmar Kuhn) erweist.

Die Tagung gibt einen Überblick über das hiesige Kunstgeschehen und versucht, dieses in einen allgemeinen kunstgeschichtlichen Kontext zu stellen. Es werden die wichtigen Künstler benannt und dabei herausgearbeitet, was für sie formal und motivisch charakteristisch ist. Dabei wird u.a. auch der Frage nachgegangen, warum es so viele Maler und vergleichsweise wenige Bildhauer gab, aber auch die Rolle einzelner Ausstellungsinstitutionen und kulturpolitischer Akteure thematisiert.

Programm

11.00 Uhr Begrüßung, Andreas Ruess, Städtische Galerie Fähre
Dr. Elmar Kuhn, Gesellschaft Oberschwaben

11.15 Uhr Dr. Brigitte Reinhardt, ehem. Leiterin Ulmer Museum: Beuroner Klosterschule, Realismus-Varianten, Neue Sachlichkeit: Kunst in Oberschwaben 1880 bis 1933

11.45 Uhr Dr. Uwe Degreif, Museum Biberach: Propagandisten – Mitläufer – Diffamierte. Künstler 1933-45

12.30 Uhr Mittagspause

14.00 Uhr Dorothea Cremer-Schacht, Konstanz: Fotografie in Oberschwaben seit 1900

14.30 Uhr Wolfgang Engelberger, Ravensburg: Hausmeisterphilosophische Gedanken zur Kunst

14.45 Uhr Dr. Barbara Renftle, Kunststiftung Pro Arte Biberach: The sleeping beauty: Kunstlandschaft Oberschwaben 1950-1970

15.30 Uhr Kaffeepause

16.00 Uhr Dr. Herbert Köhler, Kunst- und Kulturpublizist, Ravensburg: 1970-1990: Pluralismus und der ortsunabhängige Künstler

16.45 Uhr Frank-Torsten Moll, Zeppelin Museum Friedrichshafen: Zeitgenössische Kunst in Oberschwaben - Von den 1990er Jahren bis heute

17.30 Uhr Ende der Tagung

Brackle - Leser
 

AndreasRuess

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