Leuze Verlag, Wintec Autoglas Reutter und Kieswerk Wagenhart: Bürgermeisterin setzt Unternehmensbesuche fort

Die Unternehmenssommertour läuft weiter. Zu Gast war Bürgermeisterin Doris Schröter in den vergangenen Wochen bei drei Unternehmerinnen und Unternehmern aus ganz unterschiedlichen Branchen.

Während Sylvia Leuze-Reichert mit ihrem Verlag auf Fachliteratur für Galvanotechnik und Elektronikproduktion spezialisiert ist und mit der „Galvanotechnik“ unter anderem die älteste Fachzeitschrift Deutschlands auf diesem Gebiet herausgibt, ist Traudl Reutter mit ihrem Betrieb und mittlerweile rund zwei Dutzend Mitarbeiter/-innen regionaler Marktführer im Bereich Autoglasreparatur. Jürgen Bechinger wiederum leitet und betreibt in zweiter Generation das Kieswerk Wagenhart im Bad Saulgauer Teilort Bolsten.

Heute leitet Sylvia Leuze-Reichert, die 2008 die Geschäftsführung nach dem plötzlichen Tod ihres Ehemanns Kurt Reichert übernommen hatte, den Familienbetrieb in mittlerweile dritter Generation. 14 feste Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt die Unternehmerin am Standort Bad Saulgau. Hinzu kommen freie Mitarbeiter und Redakteure.
Als kleiner Fachverlag sei es nicht immer einfach, mit internationalen Verlagskonzernen mitzuhalten, erklärt Leuze-Reichert. Dennoch ist der Verlag die erste Adresse in seinem Fachgebiet, nicht nur im deutschsprachigen Raum. Um diese Position zu halten, setzt Leuze-Reichert auch auf das Internet. Beide Fachzeitschriften sind selbstverständlich auch als Online-Abo erhältlich. Seit 2012 gehört zusätzlich das englischsprachige Online-Journal JEPT (Journal for Electrochemistry and Plating Technologie) zum Portfolio.

Leuze Verlag
Leuze Verlag

Mit High-Tech haben auch die Mitarbeiter bei Wintec Autoglas Reutter zu tun. Der seit über 30 Jahre bestehende Betrieb hat sich auf die Reparatur, den Einbau und den Austausch von Fahrzeugscheiben spezialisiert, nicht nur für Autos, sondern auch für LKWs, Wohnmobile, Busse und Landmaschinen. In den vergangenen Jahren hat sich dabei einiges getan. Nicht nur eine sehr hohe Zahl an Aufträgen stellt Firmenchefin Traudl Reutter fest, sondern auch ganz neue und höhere Anforderungen an den Beruf.
Denn Autos und ganz besonders auch die Fahrzeugfrontscheiben stecken heute voller Technik und Elektronik. Sensoren, die Licht oder die Scheibenwischer steuern, Kameras für Fahrspur- oder Bremsassistenten und vieles mehr sind dort verbaut. „Damit beispielsweise ein Fahrspurassistent nach dem Scheibentausch wieder richtig funktioniert, ist eine exakte Kalibrierung notwendig – und bereits vor Beginn der eigentlichen Arbeit eine Achsvermessung“, weiß Reutter. Gesucht sind deshalb neben KFZ-Mechatronikern, Glasern oder Karosseriebauern gerade auch Fachkräfte mit Know-How im Bereich Elektrotechnik.
25 Mitarbeiter beschäftigt Autoglas Reutter übrigens derzeit, den Großteil davon am Hauptstandort im Bad Saulgauer Gewerbegebiet Martin-Staud-Straße. Zweigstellen hat das Unternehmen zudem in Augsburg und Neu-Ulm. Unter dem Dach der Franchisepartnerin Wintec deckt der Betrieb damit ein Gebiet ab, das sich von der Schweizer Grenze bei Schaffhausen (hinter Singen am Hoentwiel) bis nach Augsburg und von Lindau bis Ellwangen erstreckt. Kunden müssen trotzdem nicht weit fahren. Die Arbeiten können nämlich auch direkt vor Ort oder in einer der 70 Einbaustationen, kooperierenden Kfz-Werkstätten, die ihre Werkstatträume zur Verfügung stellen, durchgeführt werden.
Kleinere Steinschläge können dabei meist repariert werden. Für den Fahrzeugbesitzer ist das in aller Regel kostenlos, weil Versicherungen diese Reparatur meist übernehmen. Bei größeren Beschädigungen muss die Scheibe hingegen ausgetauscht werden. Wie ein solcher Austausch funktioniert und wie sorgfältig hierfür gearbeitet werden muss, konnten Bürgermeisterin Doris Schröter und Thomas Schäfers (städtische Wirtschaftsförderung) beim Unternehmensbesuch Anfang September erleben.

Wintec Autoglas
Wintec Autoglas

Mit dem Kieswerk Wagenhart besuchten die Bürgermeisterin, Wirtschaftsförderin Ilona Boos und Vertreter des Gemeinderates schließlich ein Unternehmen, das ebenfalls auf eine lange, über 50jährige Geschichte zurückblicken kann. Wurde in der im Waldgebiet zwischen Bolstern und Heratskirch gelegenen Kiesgrube in den 50er Jahren zunächst lediglich Kies für den Forstwegebau von Thurn und Taxis gewonnen, ist das Werk seit 1972 als offizielle Entnahmestelle genehmigt. 1992 erhielt das Unternehmen, das Ende der 1970er Jahre vom Vater von Firmenchef Jürgen Bechinger übernommen wurde, die Erlaubnis für den Abbau auf dem aktuellen, 2. Abbauabschnitt. 2000 Tonnen Kies fördern die 14 Mitarbeiter des Kieswerkes dort in Spitzenzeiten täglich. Bereits seit 13 Jahren läuft übrigens bei den zuständigen Fachbehörden das Genehmigungsverfahren für die nächste Erweiterung der Abbaufläche, die ausreichend Rohstoffvorkommen für den Weiterbetrieb der Anlage um rund 20 Jahre böte.
Nachgefragt wird der Rohstoff fast ausschließlich von Gewerbekunden, überwiegend von der Bauindustrie zur Herstellung von Beton. Insgesamt rund 50 Kiesmischungen bietet das Unternehmen hierfür und für andere Zwecke an.
Dabei verwendet wird teilweise auch Recyclingmaterial aus Abbrucharbeiten. Dieses sei, so Bechinger, nicht nur deutlich günstiger und eine echte Alternative zum immer knapper werdenden Rohstoff Kies. Bechinger kann daher nicht nachvollziehen, warum Recyclingmaterial nach wie vor oft keinen guten Ruf habe. Für viele Einsatzzwecke sei dieses aufbereitete Material ebenso gut geeignet, beispielsweise als Unterbau für untergeordnete Straßen und Wege.

Kieswerk Wagenhart
Kieswerk Wagenhart
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