Sießener Haus

Das sogenannte „Sießener Haus“ gilt als eines der ältesten Bürgerhäuser der Stadt: Nach einer Schenkungsurkunde aus dem Jahr 1251 stiftet Ritter Steinmar von Stralegg das Haus dominikanischen Nonnen zur Gründung eines Klosters. Als später die Söhne des Ritters – einer davon bringt es als Minnesänger bis in die Manessische Liederhandschrift – dem Kloster auch noch ihre Landgüter bei Sießen vermachen, kommen von hier die ersten sechs Dominikanerinnen, um dort das Kloster Sießen zu gründen. Der Konvent in der Stadt selbst wird 1308 letztmalig erwähnt, das Haus bleibt aber lange im Besitz des Klosters in Sießen, daher der Name „Sießener Haus“.

Vom Malerhaus zum Milchlädele

Im Laufe seiner langen Geschichte hatte das Haus etliche mehr oder weniger berühmte Bewohner – unter anderem lebten dort die Barockmaler Caspar Fuchs, Johann Georg Mesmer und sein Sohn Josef Anton Mesmer. Die Malerfamilie Mesmer musste jedoch ausziehen, als die Sießener Schwestern in ihrem Haus den Franziskanerinnen des benachbarten Frauenklosters (heute Rathaus) nach dessen Auflösung durch Kaiser Joseph II. 1782 Unterschlupf boten. Ältere Saulgauer erinnern sich noch an die „Schwaaz Hebamm“ Sophie Gebhart (+1962), die hier wohnte, oder an das einstige „Milchlädele“ vom Milch-Reck.

Das im Laufe der Zeit völlig verunstaltete Gebäude wurde Mitte der 1980er Jahre vorbildlich restauriert und weitgehend in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt.

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