Segway-Touren in Bad Saulgau

Villa Bucher

Die Villa Bucher, auch „schönes Haus“ genannt, entstand in den Jahren 1896–1898 als Eckbebauung und repräsentatives Wohngebäude der Tonwarenfabrik Emil Bucher. Hier fand nahezu alles, was aus dem Werkstoff Ton in der dahinter liegenden Fabrik hergestellt wurde, auch Verwendung. Das Haus war sozusagen eine Art „gebauter Ausstellungskatalog“. Im Sommer 1998 wurden das Anwesen und insbesondere die Hausfassade aufwändig restauriert.

Vom Hafnermeister zur Tonwarenfabrik…

Emil Bucher (1840–1926) stammte aus Saulgau und betrieb als Hafnermeister einen Handwerksbetrieb, den er ab ca. 1866 zu einer Tonwarenfabrik mit zeitweise über 30 Mitarbeitern ausbaute – ein Musterbeispiel für die beginnende Industrialisierung im württembergischen Oberland. 1908 kaufte Buchers Schwiegersohn Joseph Kugler (1872–1942) seinem Schwiegervater die Fabrik ab. Preisverfall durch Überproduktion im ganzen Land führte zum langsamen Niedergang der Produktion, die Stilllegung im ersten Weltkrieg bedeutete das Ende der Tonwarenfabrik.

…und vom Eierlikör zur Kinzelmannstiftung

Nach dem 2. Weltkrieg gelang es der einzigen Tochter von Joseph Kugler und seiner Frau Anna, Aloysia Kinzelmann (1899-1989), auf dem einstigen Areal der Tonwarenfabrik einen Brennereibetrieb aufzubauen. Hauptsächlich für die Eierlikörproduktion entstand in der Folge die „Kühlhaus-Unternehmung“ von Aloysia Kinzelmann, mit der ihrem Sohn Carlheinz (1932-1988) später der Aufstieg zum Großunternehmer gelingen sollte. Nach dem frühen Tod ihres Sohnes wirkt Aloysia Kinzelmann, die nur ein Jahr nach ihm stirbt, als Stifterin und Namensgeberin der Kinzelmann-Stiftung bis heute segensreich für ihre Heimatstadt.

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