Isabell Kamp - Zur Untermiete

„Wohnst Du noch oder lebst Du schon?“ lautet der Werbeslogan eines bekannten schwedischen Möbelhauses, das damit in seiner typischen Marketingsprache auf das Verhältnis von sichtbarer Oberfläche und verborgener Wahrheit, auf den Zusammenhang von Außen und Innen hinweist. Wohnen und Leben sind selbstverständlich eng miteinander verknüpft, verbringen wir doch einen Großteil unserer Zeit in Räumen, die mehr oder weniger auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten sind. Hiervon nicht unberührt bleiben emotionale Befindlichkeiten, die ebenso durch äußere Einflüsse geprägt, verändert, unterstützt oder gar gestört werden.

Das Äußere eines Gebäudes lässt sich mit dem Erscheinungsbild des Menschen gleichsetzen. Daneben hat jeder von uns Seiten an sich, die offen zugänglich sind, während andere verborgen bleiben. Sigmund Freud bemerkte dazu, dass der Mensch „nicht Herr in seinem eigenem Haus sei“: Eine knappe Feststellung, die in ihrem Kern ebenso wahr wie bodenlos ist.

Isabell Kamps Figuren bedienen die Gedankenwelt des Betrachters in einer chaotischen Form. Sie thematisieren willkürliche Lebensausschnitte und scheinen sich innerhalb der Leinwand aufzureiben in einer Mischung aus Ergebenheit, Trotz und Aktivität. Dabei sind sie eingebunden in die jeweilige Umgebung, an ornamentaler Wiederholung orientiert und dabei ganz auf sich gestellt und mit der inneren Landschaft kämpfend. Die mit dem Leben einhergehenden Missverständnisse durch unterschiedliche Erfahrungen und Widersprüche – Sein und Schein, Erwartung und Erfüllung – prägen die Protagonisten sowohl in der menschlichen Realität als auch in der künstlerischen Umsetzung.

Kamps Arbeiten – gemalte und genähte Collagen – handeln von der prozesshaften Auseinandersetzung mit zwischenmenschlichen Erfahrungen, Normen und Gesten. Sie verstehen sich nicht als Porträts realer Personen, sondern als Abbild psychischer Äußerungen und Konflikte. Ihre Bildwelt, geprägt durch autobiografische wie auch externe motivische Anleihen, wird dabei zur Projektionsfläche der Erfahrungen und Empfindungen der Betrachter: Eine Einladung und Herausforderung gleichermaßen, sich auf die Suche nach dem Wechselspiel von Äußerem und Inneren, von Sichtbarem und Unsichtbarem zu begeben.

Isabell Kamp lebt und arbeitet in Hamburg

Kamp
 

AndreasRuess

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