Entente Florale Europe: Bad Saulgau holt Gold für Deutschland

Die Landeshauptstadt der Biodiversität Bad Saulgau spielt auch im europäischen Vergleich in der obersten Liga. Eine Woche nach dem Bundessieg und dem goldenen Label beim größten bundesdeutschen Biodiversitäts-Wettbewerb „StadtGrün naturnah“ gewann die Stadt Bad Saulgau die Goldmedaille beim größten europäischen Ökologie-Wettbewerb „Entente Florale Europe“.

Neben Bürgermeisterin Doris Schröter, dem Umweltbeauftragten Thomas Lehenherr, Stadtgärtner Jens Wehner und FÖJ-Praktikant Niklas Gentner war mit Elisabeth Gruber, Klaus Nerlich, Helga Brey und Michael Köberle auch eine Abordnung des Gemeinderates zur internationalen Auszeichnungsfeier in die Ortschaft Haus bei Schladming in der Steiermark gekommen. 350 Personen nahmen an der sehr gut organisierten Feier teil. Die Spannung bis zur Bekanntgabe des Ergebnisses war kaum zu ertragen. Kaum jemand der Bad Saulgauer Delegation rechnete mit Gold, da die geehrten Städte und Dörfer zuvor Silber bekamen. Doch als Präsident Rudi Geerardyn rief „Gold medal for Bad Saulgau from Germany“ kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Der andere deutsche Teilnehmer, das Dorf Weyher in der Pfalz, erhielt eine Silbermedaille.

Außer der über zehn Kilogramm schweren Goldmedaille bekam die Stadt für ihr Engagement zwei Sonderpreise verliehen. Die Sonderauszeichnung „best practise award“ bekamen nur zwei Teilnehmerstädte. Bad Saulgau bekam diesen Preis für die artenreiche Innenstadtbegrünung und eine Sonderzertifikat für den NaturThemenPark.

v.l.n.r.: Ulrich Kiebler, Helga Brey, Michael Köberle, Elisabeth Gruber, Klaus Nerlich, Jens Wehner, Niklas Gentner, Doris Schröter, Thomas Lehenherr mit der Goldmedaille und den Sonderpreisen. Foto: Stadtverwaltung
v.l.n.r.: Ulrich Kiebler, Helga Brey, Michael Köberle, Elisabeth Gruber, Klaus Nerlich, Jens Wehner, Niklas Gentner, Doris Schröter, Thomas Lehenherr mit der Goldmedaille und den Sonderpreisen. Foto: Stadtverwaltung

Zum Wettbewerb durften sich nur jeweils eine Stadt und ein Dorf pro Land bewerben. Insgesamt nahmen acht europäische Länder am Wettbewerb teil: Österreich, Tschechien, Ungarn, Niederlande, Belgien, Irland, Italien und Deutschland. Die Anfrage, ob sich die Stadt Bad Saulgau vorstellen könne, beim europäischen Wettbewerb teilzunehmen, kam aus Erfurt. Dem Vize-Präsidenten der Jury, Rüdiger Kirsten, war das Bad Saulgauer Umweltkonzept bekannt und es schien ihm hochwertig genug, dass es auch auf Europaebene bestehen kann.

Eine internationale Expertenjury aus neun verschiedenen Nationalitäten nahm das Biodiversitäts- und Stadtentwicklungskonzept am 7. Juli diesen Jahres genau unter die Lupe. Vorher wurden in englischer Sprache Broschüren über Bad Saulgaus nachhaltige Grün- und Stadtentwicklung verfasst und die Besichtigungstour festgelegt. Die Stadt suchte zehn Stationen aus, die mit der Jury besichtigt wurden: Marktplatz, Neue Mitte, Marienpark und Buchauer Straße, Friedhof, zukünftiges Baugebiet Mooshaupten, Schulzentrum, Schwarzachrenaturierung, Kloster Sießen, Kurgebiet, NaturThemenPark, Schülerforschungszentrum. Bewertet wurde nach folgenden Kriterien: Planung und Entwicklung, nachhaltige Umwelt, bebaute Umwelt, Landschaft, Grünflächen im Siedlungsbereich, dauerhafte und saisonale Bepflanzung, Ökologisch Bildung, Beteiligung der Bevölkerung, Tourismus und Freizeit, Kommunikation.
Nach einer musikalischen Einlage eines Streichquartetts der Jugendmusikschule und einer Präsentation der Stadt im Sitzungssaal des Rathauses von Bürgermeisterin Doris Schröter, dem kürzlich verstorbenen Stadtbaumeister Pascal Friedrich, dem Umweltbeauftragten Thomas Lehenherr, Geschäftsführer Kurt Rimmele und Prokurist Markus Barth (beide Tourismusbetriebsgesellschaft) ging’s mit der Jury zu den Stationen. Pascal Friedrich, Umweltbeauftragter Thomas Lehenherr und Jens Wehner führten die Experten durch die Stationen. Landschaftsarchitektin Simone Kern half beim Übersetzen. Die Expertenjury, die sich aus Landschaftsarchitekten und Städteplanern zusammensetzte, bescheinigte der Stadt schon bei einem ersten Feedback eine „high quality“ für das Biodiversitätskonzept.

Bürgermeisterin Doris Schröter:
"Ich freue mich riesig über die europäische Goldmedaille und bin sehr stolz auf das, was wir in Bad Saulgau zu bieten haben. Das ist eine unglaublich positive Entwicklung für unsere Stadt - letzte Woche Gold und Bundessieger beim Bundeswettbewerb „StadtGrün naturnah“ und jetzt auch noch Gold beim größten Europäischen Wettbewerb dieser Art ist nicht zu toppen. Es ist eine Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind, aber vor allem auch Ansporn, weiterzumachen. Das ist jetzt unser Trumpf, damit müssen wir ab sofort intensiv werben, unser Stadtmarketing entsprechend ausrichten und unsere Bemühungen mit ganzer Kraft fortsetzen. Sowohl für die Stadt, ihre Bürger, unsere Gäste als auch für die Sache ist das wunderbar".

Umweltbeauftragter Thomas Lehenherr:
"Dass die kleine Stadt Bad Saulgau mit seinem Grünkonzept und der ökologischen Stadtentwicklung jetzt auch noch auf europäischer Ebene Spitze ist, ist eine Entwicklung, die wir vor wenigen Jahren noch nicht für möglich gehalten hätten. Wir sind stolz darauf und werden unsere Arbeit für die Artenvielfalt jetzt auch auf europäischer Ebene intensivieren. Es geht schließlich um die Natur als unsere Lebensgrundlage. Es haben viele Personen, Vereine, Organisationen an dem Projekt mitgearbeitet. Ihnen allen und der Natur gebühren die Auszeichnungen".

Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzinformationen