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Hexenjagd

Samstag, 15.10.2011 , 19.30 Uhr, Stadthalle

Hexenjagd

Drama von Arthur Miller
Württembergische Landesbühne Esslingen

Regie: Sandrine Hutinet

Mit Ulf Deutscher, Nora Backhaus, Nikolaos Eleftheriadis u.a.

Millera Arthur Miller

In der Nacht tanzen einige Mädchen nackt im Wald. Abigail, eine rhetorisch gewandte Nichte des Pfarrers, die eine Affäre mit John Proctor hatte, rief zu diesem Treffen. Das Ritual sollte Liebeszauber und gar den Tod von Proctors Ehefrau beschwören; stattdessen führt es zu einer Massenhysterie, die die Stadt Salem in wenigen Tagen in ein Inquisitionsgericht verwandelt. Als Abigails Cousine nach der Nacht erkrankt, sind die Stadtoberen alarmiert: Die ganze Stadt ist im Hexenwahn – mit fatalen Folgen.

Ein historischer Hexenprozess 1692 im puritanischen Massachusetts diente Arthur Miller als Vorlage für sein längst zum Klassiker gewordenes Stück. Als Meister des psychologischen Realismus zieht er hier frappierende Parallelen zum Stalinismus der 1950er Jahre und den antikommunistischen Auswüchsen der McCarthy-Ära in den USA. Bis heute fesselt das Stück über Repression, Irrationalität und Missbrauch von Glaube und Macht. Es zeigt, wohin es führt, wenn Andersdenkende denunziert und verteufelt werden, wenn Konformis-mus und Massenmeinung regieren.

Arthur Miller, der schon mit dem „Tod eines Hand­lungsreisenden“ am Lack der US-Gesellschaft kratzte, landete 1953 mit „Hexenjagd“ seinen zweiten Welterfolg. 1957 wurde das Stück mit Yves Montand verfilmt; das Drehbuch schrieb kein Geringerer als Jean-Paul Sartre.

Miller selbst wurde in den 1950er Jahren Opfer des McCarthy-Wahns. Er sollte vor dem Ausschuss zur Aufdeckung antiamerikanischer Umtriebe Namen von Personen nennen, die an kommunistischen Schriftstellertreffen teilgenommen hätten. Da er die Aussage verweigerte, wurde er wegen „Missachtung des Kongresses“ zu einer Gefängnis- und Geldstrafe verurteilt; das Urteil wurde ein Jahr später aber aufgehoben.

 
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